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Das wirkliche Leben

Das wirkliche Leben

Roman | Adeline Dieudonné

Hardcover
2020 Dtv
240 Seiten; 214 mm x 140 mm
ISBN: 978-3-423-28213-0

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Besprechung
"Das Überraschende an 'Das wirkliche Leben' ist seine überzeugende Mischung aus Märchen und Thriller, aus Gesellschaftsroman und Horrorgeschichte."
Judith Peters, BRF 01.07.2020

Kurztext / Annotation
Die geheime Macht der Beute

Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt ein Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten.

Langtext
"Nach kaum einer Seite wusste ich, dass ich diesen Roman lieben würde. Zart und roh, magisch und schmerzhaft, wunderschön und gleichzeitig furchterregend hässlich bildet Adeline Dieudonné 'Das wirkliche Leben' in all seinen Facetten ab. Ein wahres, kleines Kunstwerk." Romy Hausmann

Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.

In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster - ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.

Dieudonné, Adeline
Adeline Dieudonné, 1982 in Brüssel geboren, wo sie mit ihren beiden Töchtern auch heute wieder lebt, ist von Beruf Schauspielerin. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück hat 'Das wirkliche Leben' die Herzen der französischsprachigen Leser im Sturm erobert: Das grandiose Romandebüt stand monatelang auf der französischen Bestsellerliste, wurde mit 14 (!) Literaturpreisen ausgezeichnet und wird in 20 Sprachen übersetzt.

de Malafosse, Sina
Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard, Jean-Paul Didierlaurent und Victor Jestin.


Hyänen 24. Mai 2020
Ein wirklich starker Debutroman einer jungen Autorin. Erzählt aus Sicht eines anfangs 10-jährigen Mädchens in einer ganz normalen Reihenhaussiedlung. Sie liebt ihren jüngeren Bruder Gilles und beschützt ihn vor dem gewalttätigen Vater.

Die Mutter hat Angst vor ihrem Mann der außer der Jagd nur seinen Whiskey und Fernsehen mag. Ein tragisches Ereignis im Sommer verändert alles. Das Mädchen sucht nach jemanden der sie in den Arm nimmt und die Welt wieder geraderückt. Der Bruder verändert sich zusehends. Er spricht nicht mehr und verbringt viel Zeit in dem Zimmer in dem der Vater seine Jagdtrophäen aufbewahrt.

Das Mädchen hat den sehnlichsten Wunsch eine Zeitmaschine zu bauen und die Zeit zurück zu drehen. Sie entwickelt einen starken Ehrgeiz für alles Naturwissenschaftliche. Etwas Normalität findet sie bei einem älteren Professor. Um die vor dem Vater geheimgehaltenen Stunden zu bezahlen, geht sie Babysitten bei einer jungen Familie in der Siedlung.

Als sie bemerkt das sie älter wird, fürchtet sie sich vor den Ausbrüchen des Vaters und fühlt sich zu dem Familienvater hingezogen.

Der Schreibstil ist schnörkellos und doch gewaltig. Man kann sich gut in die Gemütslage des Mädchens hineinversetzen und ist geschockt von dem Familienleben.

Das Cover ist verwirrend und erinnert mit dem springenden Hasen eher an ein anderes bekanntes Buch. Auf jeden Fall ist es ein Hingucker und absolut lesenswert.
Eine brutale Coming of Age Geschichte 10. Mai 2020
In einer Reihenhaussiedlung wohnt die namenlose, 10-jährige Ich-Erzählerin, gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder. Die Erzählerin hat es sich zur Aufgabe gemacht auf ihren 6-jährigen Bruder aufzupassen, ihn zum Lachen zum bringen und ihn vor den Wutausbrüchen des Vaters zu beschützen. Der Vater hat die Großwildjagd zum Hobby und ein ganzes Zimmer im Haus mit Trophäen eingerichtet. Ansonsten sitzt er vorm Fernseher, schaut am liebsten die Nachrichten und trinkt Whisky. Die Mutter ist wie eine Amöbe, blas, unscheinbar und dem Vater gegenüber wehrlos ausgeliefert.

Eines Tages passiert ein tragischer Vorfall und ihr Bruder verändert sich, er lacht nicht mehr und ist ihr gegenüber feindlich. Die Erzählerin versucht, diesen Vorfall ungeschehen zu machen, die Zeit zurückzudrehen und versucht es mit einem Experiment, an das sie wirklich glaubt. Bei diesem Experiment erkennt sie jedoch, dass sie ihr Leben in die Hand nehmen muss, sie darf nicht Opfer werden, wie ihre Mutter, sie darf sich dem Vater nicht ausliefern.

Der Roman ist von der Sprache geschrieben wie ein Jugendbuch ? es wird zu Beginn des Buches aus der Sicht einer 10-jährigen erzählt. Es ist eine typische Coming of Age Geschichte und stellenweise ein Thriller, richtig gruselig und grausig. Mich hat es manchmal an ?Friedhof der Kuscheltiere? erinnert, vor allem, wenn es um ihren Bruder ging.

Eine brutale, grausame Geschichte mit einer starken Protagonistin, für die ich während des Lesens hoffte, dass sie sich aus diesem Leben befreien kann und ihre Hoffnungen und Träume, dafür wofür sie strebte, am Ende wirklich leben kann.
Das Kadaverzimmer 07. Mai 2020
von Miro76
"Bei uns zu Hause gab es vier Schlafzimmer. Meines. Das meines Bruder Gilles. Das meiner Eltern. Und das der Kadaver" (S. 7)

Denn der Vater frönt einem schaurigen Hobby - die Großwildjagd. Außerdem liebt er Whiskey und Fernsehen. Bei Tisch wird nicht gesprochen, außer wenn der Vater seine kleine Hetzjagd zu Hause ausübt, die immer darin endet, dass die Mutter Schläge einstecken muss. Manchmal liegt das schon tagelang in der Luft, doch niemand kann seine Attacken abwehren.

In so einer Atmosphäre aufzuwachsen ist kein Zuckerschlecken. Deshalb versucht die Erzählen alles, um wenigstens ihren kleinen Bruder zum Lachen zu bringen, ihm Liebe zu schenken und ihn vor der Welt zu beschützen. Bis es zur Tragödie mit dem Eismann kommt. Von einer explodierenden Sahneflasche wird ihm das halbe Gesicht weggeschossen, direkt vor den Augen der Geschwister.

Der kleine Bruder wird niemals mehr der selbe sein. Sein Lachen ist verschwunden und in seinem Kopf macht sich eine Leere breit, die schon bald von Gewalt und Aggression besetzt wird.

Die Erzählerin ist sehr schlau. Sie lernt fleissig, taucht in die Quantenphysik ein und möchte in der Zeit zurückreisen, um diese Tragödie ungeschehen zu machen.

Adeline Diedonné hat in diesem Buch eine gruselige Atmosphäre geschaffen. In dieser Reihenhaussiedlung kümmert sich niemand um die Nachbarn, doch die junge Erzählerin trifft trotzdem immer wieder auf Menschen, die ihr Kraft geben und sie unterstützen. Diese Mädchen hat ein klares Ziel und tut alles dafür, um es zu erreichen, denn sie muss ihren kleinen Bruder retten.

Als Leser*in fragt man sich ständig, was noch alles passieren muss, bis diese Familie zerbricht, oder sich die Schwächeren daraus befreien. Aber häusliche Gewalt ist nicht zu einfach zu verstehen, denn die Opfer haben oft einfach nicht die Kraft sich zu wehren.

Hier kommt es nach einem unglaublichen Spannungsbogen zu einem finalen Showdown, den ich so nicht erwartet hätte. Ab der Hälfte war das Buch so spannend, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Dieudonné hat mit diesem Mädchen eine tolle Protagonistin geschaffen, die keine Superheldin ist und sein möchte. Die immer wieder strauchelt und fällt, sich immer wieder aufrappelt und nicht verzagt. Ihre Superkraft ist Resilienz und es ist beeindruckend, wie viele Empathie aus so einer lieblosen Familie erwachsen kann.

Ich habe die Lektüre sehr genossen, obwohl die Thematik schwierig und bedrückend ist. Doch die Erzählung aus der Sicht des Kindes ist gleichzeitig locker und selbstverständlich. Sie hinterfragt nicht. Sie nimmt ihr Leben wie es ist und möchte es einfach besser machen.

Und außerdem ist die Geschichte unglaublich spannend!