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Buchhandlung Lauf

Rezensionen

Niklas Natt och Dag
10 Rezensionen

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Lässt mich enttäuscht zurück 10. Februar 2020
Der junge Adelige Eric Drei Rosen wird von seinem Vater auf eine Karibikinsel verfrachtet. Dort soll er seine große Liebe Linnea vergessen, eine Bauerntochter, die seine Familie nicht akzeptiert. Er lernt Ceton kennen, ein Monster in Menschengestalt, der ihn geschickt manipuliert. Zurück in der Heimat darf er endlich heiraten. In der Hochzeitsnacht passiert ein grausames Verbrechen. Linnea wird bestialisch emordet, offiziell von einem Rudel Wölfe, aber Eric glaubt, dass er der wahre Täter ist. Die Mutter der Braut glaubt die Geschichte nicht und bittet Jean Michael Cardell sich der Sache anzunehmen.

1793 war eines meiner Highlights des letzten Jahres. Niklas Natt och Dag hatte mich absolut überzeugt. Mit seinem Plot, mit seiner Sprache, mit der abstossenden Brutalität, aber auch mit seinem poetischen, fast liebevollen Sprachstil. Mit diesem zweiten Teil hat er es leider nicht geschafft, mich erneut zu fesseln. Fast hatte ich das Gefühl, ich lese das erste Buch noch einmal. Die vielen Parallelen zur ersten Geschichte, die vielen Wiederholungen der brutalen Abhandlungen ermüden den Leser und wirken zu stark konstruiert. Der Fall selbst wirkt unglaubwürdig und zu sehr an den Haaren herbeigezogen und wird in meinen Augen leider zu sehr künstlich in die Länge gestreckt. Ich musste mich regelrecht zwingen weiter zu lesen. Dieser starke Sog, den ich im Vorgängerroman spürte, wollte sich diesmal so gar nicht einstellen. Sehr schade, denn die Sprache beherrscht der Autor wie kein zweiter.
Spannend-aber auch sehr grausam 09. Februar 2020
von Nele
Mit 1794 ist Niklas Natt och Dag eine für mich gute Fortsetzung des Buches 1973 gelungen.

Eine Zeit in der ich selbr nicht hätte leben wollen, die mich aber immer wieder faszieniert. Eric Drei Rosen, ein junger Adliger wird von seinem Vater auf die Insel Saint-Bathelèmy geschickt um ihn von der jungen Bauerstochter die er liebt fernzuhalten. Was er auf dieser Insel erlebt, wird ihn für immer zeichnen. Nachdem sein Vater verstorben ist, tritt er mit seinem Ziehvater die Heimreise an. Voller Glück heiratet er sein Mädchen-doch dieses überlebt die Hochzeitnacht nicht. Eric Dei Rosen landet im Hospital und kann sich an die Nacht erinnern. Die Mutter des Mädchens wendet sich in ihrer Verzweiflung an Cardell, Cardell der nach dem letzten Jahr und dem Verlust von Winge wieder ganz unten gelandet ist, ständig betrunken und hochgradig depressiv.... Kann er der Mutter eine Antwort auf ihre Frage nach dem Mörder ihrer Tochter liefern?

Wieder hat es Niklas Natt och Dag geschafft, mich mit seinem Thriller von der ersten Seite zu fesseln. Teilweise waren die Zustände auf der Insel und in Stockholm durch die detaillreiche Beschreibung kaum auszuhalten und haben mich an die Grenze des erträglichen gebracht, trotzdem musste ich fast zwanghaft weiterlesen. Dies spricht sehr für den Schreibstil des Autors.
Die historischen Hintergründe sind sehr gut recherchiert und geben ein lebhaftes Bild der Zustände zu dieser Zeit ab.
Das Buch ist in meinen Augen nicht für zartbesaitete Leser geeignet.
Ich würde mich freuen auch noch 1795-1800 lesen zu können und würde mich auf weitere Fälle freuen.

Die wahren Monster gehen auf zwei Beinen 25. Januar 2020
Ein junges Mädchen überlebt ihre Hochzeitsnacht nicht - und der Bräutigam ist seitdem unauffindbar. Die Mutter der Toten glaubt nicht an die Version eines Wolfsangriffs und bittet Häscher Cardell um Hilfe, den Tod aufzuklären. Dieser freut sich auf die Ablenkung, ist er doch seit Cecil Winges Ableben in ein tiefes, seelisches Loch gefallen...
Dieser Roman, die Fortsetzung von "1793", bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Schicksale der damaligen Zeit. Gleich zu Beginn darf der Leser eine schwedische Kolonie in der Karibik kennenlernen mitsamt der dortigen Zustände und Gräuel, bevor es zurück nach Schweden geht und man auf altvertraute Personen wie Jean Michel Cardell und Anna Stina Knapp trifft, die im ersten Band dem Spinnhaus entkam. Cecil Winge erlag zwar im Winter seiner Erkrankung, war jedoch nicht das einzige Kind seines Vaters. So fügen sich diesmal viele parallele Handlungen zu einem Ganzen zusammen, der Roman erscheint noch deutlich in sich stimmiger als sein Vorgänger, da man sich nie so wirklich aus der Erzählung herausgerissen und woanders wieder abgesetzt fühlt.
1974 ist kein Krimi, sondern vielmehr ein authentisch wirkender Historienroman, in welchem neben den damaligen politischen Ereignissen mehrere Gräueltaten behandelt werden. Vor diesem Hintergrund ist das Verbrechen, welchem Cardell nachzugehen versucht, hervorragend ausgearbeitet und stellenweise regelrecht schockierend. Zwar ahnt man recht früh, was wirklich geschah, die Einzelschicksale der Hauptcharaktere sind jedoch so interessant gestaltet, dass man das Buch dennoch kaum aus der Hand legen mag. Von der Schwemme an Fäkalien, mit welcher "1793" aufwartete, bleibt man diesmal etwas verschont, nur um mit Monstern konfrontiert zu werden, welche auf zwei Beinen unterwegs sind.
Ein hervorragender Historienroman mit teils düsteren Charakteren, der hoffentlich mit "1795" seine Fortsetzung findet.
Tod in der Hochzeitsnacht 25. Januar 2020
von Ele95
1794, Kriminalroman mit historischem Hintergrund von Niklas Natt och Dag, 560 Seiten, erschienen im Piper-Verlag.
Ein neuer Fall für den einarmigen Häscher „Mickel“ Cardell und seinen Mitermittler Emil Winge.
Nach den Ereignissen des vergangenen Jahres fällt Jean Michael Cardell in ein tiefes Loch. Er ist wieder ganz unten in der Gosse angekommen. Doch eines Tages kontaktiert ihn eine Frau. Ihre Tochter wurde in der Hochzeitsnacht auf grausame Weise getötet. Ihr frisch angetrauter Ehemann der ins Irrenhaus gebracht wurde, solle der Täter sein. Doch die Mutter der Getöteten glaubt diese Version nicht. Cardell, traut seinen Augen nicht, als der Bruder seines verstorbenen Freundes Cecil, Emil Winge vor ihm steht. Gemeinsam mit dem verhinderten Juristen Winge beginnt er mit den Ermittlungen und seine Nachforschungen führen ihn erneut tief in die Abgründe Stockholms.
Diese Mischung aus historischem Roman und Krimi, ist wie schon der Auftaktband in vier Teile, nach Jahreszeiten geordnet, gegliedert. Es beginnt im Winter 1794 „Aus dem Grab der Lebenden“ und endet mit dem „Minotaurus“ Teil im Herbst 1794. Die einzelnen Teile sind in lesefreundlicher Länge in Kapitel eingeteilt, die nicht selten mit einem spannenden Cliffhänger enden. Zu Beginn eines jeden Teiles sind Zitate eingefügt. Am Anfang der Geschichte sind einige Personen die im Buch Erwähnung finden aufgeführt. Das erste Kapitel, das auf der schwedischen Sklavenhändler Kolonie Saint-Barthélemy spielt, ist für meinen Geschmack etwas zu ausführlich, aus der Sicht von Erik Drei Rosen, erzählt. Dadurch ist die Naivität und Gutgläubigkeit des jungen Mannes sehr deutlich dargestellt worden. Bei den weiteren Kapiteln hat der Autor dann die auktoriale Erzählweise gewählt, wodurch zu jeder Zeit der Überblick über das Geschehen gewahrt bleibt. Außergewöhnliches Sprachniveau, Düsternis brutale und grausige Geschehnisse, hervorragende Beschreibung des Settings und tiefgründige Charaktere, all das hat mich das Buch wieder flüssig lesen lassen. Die Zustände im Kinderheim und die grausigen Behandlungsmethoden im Tollhaus, die in dieser Zeit sicher gang und gäbe waren haben mich sehr betroffen gemacht.
Das Krimi-Debüt 1793 von Natt och Dag war für mich eine Sensation, Der neue Fall ist ein Verbrechen das die Ermittler erneut in eine Netz aus Lügen, Gewalt und Perversion führt, wegen der Brutalität mancher Szenen und der oft trostlosen Stimmung kann ich mir vorstellen, dass der Leser schon ein wenig abgebrüht sein sollte um diese Stimmung zu ertragen. Besonders gut fand ich die Sprache die ich dem späten 18. Jahrhundert hervorragend angepasst fand. Das Ende war für meinen Geschmack etwas zu abrupt, jedoch kann man dadurch auf eine Fortsetzung 1795 hoffen. Es blieben mir zu viele Verwicklungen offen. Die Personen waren hervorragend charakterisiert. Meine absoluten Favoriten natürlich der Häscher Mickel und nicht zu vergessen die tapfere Anna Stina, die erneut das Schicksal hart trifft, von ihr hätte ich mir mehr zu lesen gewünscht. Niklas Natt och Dag, der selbst aus einer schwedischen Adelsfamilie stammt, hat es erneut geschafft mich mit seinem enorm spannenden und beeindruckend empathischen Sittengemälde zu überzeugen. Leicht schwächer als der Vorgängerband wegen der gemächlichen Vorgeschichte und des für mich zu plötzlichen Endes. 4,5 von 5 Sternen. Obwohl 1794 etwas nachgelassen hat, werde ich eine Fortsetzung 1795 auf alle Fälle lesen.
Ein neuer Fall für Jean Michael Cardell 20. Januar 2020

Inhalt:
Cardell wird von einer Frau beauftragt, den Mörder ihrer Tochter zu suchen. Für das Verbrechen sitzt der Ehemann in der Irrenanstalt, doch die Frau ist von seiner Unschuld überzeugt.

Meine Meinung:
„1794“ ist die Fortsetzung von „1793“, aber leider nicht ganz so gut gelungen. Wie der Vorgänger ist das Buch in 4 Teile untergliedert, wovon der erste sich ziemlich uninteressant in die Länge zieht. Jean Michael Cardell tritt erst ab dem 2. Teil auf den Plan, und ab da nimmt die Geschichte dann auch Fahrt auf und wird spannend. Der 1. Teil ist zwar notwendig als Vorgeschichte, hätte aber erheblich gekürzt werden können.

Die brutalen und dreckigen Zustände in Stockholm werden wieder deutlich dargestellt. Das Böse lauert überall, wobei sich einer ganz besonders hervortut. Zart besaitet sollte man wahrlich nicht sein. Die Beschreibungen der Gräueltaten sind drastisch und detailliert.

Neben dem Verbrechen und den zugehörigen Ermittlungen werden auch viele private Umstände und Probleme der Protagonisten angesprochen, die in meinen Augen die Handlung noch abrunden.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven. Die Wechsel erzeugen zusätzliche Spannung und bieten den Lesenden ein umfassendes Bild des Geschehens.

Fazit:
Nach einem eher zähen Beginn nimmt die Handlung schließlich Fahrt auf und entwickelt sich dann interessant und spannend. Etwas schwächer als der Vorgänger-Band.

Stockholm: Ende des 18. Jh. 18. Januar 2020
„Schreckliches ist geschehen, doch es wird noch grausamer."

Rund ein Dreivierteljahr nach „1793" habe ich nun den Folgeband gelesen. Niklas Natt och Dag gelang es nach seinem hervorragenden Debüt, mit „1794“ eine weitere hochbrisante Geschichte zu erzählen. Hier wie da überzeugte mich der 40jährige Autor.

Nachdem Jean Michael Cardell (genannt Mickel) im Jahr zuvor durch die Ermittlungen zu dem männlichen Torso einer sinnvollen Tätigkeit nachging, ist er nun wieder ganz unten. Der einarmige Stadtknecht und Häscher hat resigniert bis zu dem Tag, als ihn eine Frau aufsucht. Sie wendet sich an ihn, da die Tochter in ihrer Hochzeitsnacht auf bestialischste Art und Weise ums Leben kam, angeblich von Wölfen so zugerichtet, die aber in der Gegend gar nicht heimisch sind. Von der Schuld des frisch angetrauten, jungen Ehemanns, der im Tollhaus sein Dasein fristet, ist sie in keinster Weise überzeugt. Und wieder geht ein Duo Cardell/Winge auf Spurensuche. Dieses Mal ist es nicht Cecil, der inzwischen der Tuberkulose erlag, sondern sein verstörter Bruder Emil Winge.
Stockholms knallharte, rücksichtslose Realität im Machtvakuum Schwedens geht weiter. Es herrschen anarchische Zustände in einer vor stinkendem Unrat strotzenden Stadt! Viele Menschen leben in unbeschreiblicher Armut, in unhygienischen Verhältnissen mit Ungeziefer aller Art. Krankheiten, Siechtum, Tod sind an der Tagesordnung, ebenso wie Trunksucht, Hurerei, rohe Gewalt bis hin zu Totschlag und Mord...

In vier Teilen folgen die Begebenheiten den Jahreszeiten, allerdings auch hier wieder wie im vorigen Band nicht in ihrer natürlichen Abfolge. In kurzen Kapiteln zeichnet Natt och Dag ein dichtes, kompakt erzähltes Sittengemälde, das mir ab und zu wegen der unvorstellbaren Grausamkeiten und der allgemein herrschenden, unmenschlichen und gesetzlosen Zustände den Atem raubte. Die Atmosphäre ist vorherrschend düster und zumeist äußerst brutal. Und trotzdem wirken die Szenarien und die Charaktere so realistisch, so greifbar. Die Geschichte der Anna Stina Knapp wird weitererzählt und bringt damit eine weibliche Note ins Bild samt der Rolle der Frau Ende des 18. Jahrhunderts. Nicht vorstellbar, was dieses junge Mädchen durchmacht.

[S. 95] „Der Mensch ist dazu gedacht, frei zu sein, und doch liegt er in Ketten, wo immer man hinsieht.“ Es sind Sätze wie dieser, ausgesprochen von einem Sklavenhalter, die mich immer mal wieder verwirrten. Am Ende sind sie bezeichnend für die abgrundtiefe Bosheit, Verdorbenheit, Unmenschlichkeit der betreffenden Person.

Zum Finale hin eskaliert es nochmal, obwohl das kaum möglich erschien. Der letzte Teil ist mit „Minotaurus“ untertitelt und ich meinte wirklich, dass ein Ungeheuer die bösartigen Taten auslöste. Die Menschen wurden zu seinem Opfer und verfielen zum Schluß der (vorläufigen) Orientierungslosigkeit. Ich bin nun sehr gespannt auf „1795“! Kann es noch grausamer werden?

Fazit:
Das Buch ließ sich hervorragend lesen. Der Sprachstil des Autors scheint durch die Übersetzerin Leena Flegler exzellent ins Deutsche übertragen worden zu sein.
Allerdings warne ich zartbesaitete, sehr empfindliche Menschen vor der Lektüre!

Ich vergebe fünf von fünf Sternen und meine Lese-/Kaufempfehlung.

Der Mensch ist des Menschen schlimmster Feind 13. Januar 2020
Wer ,,1793“ gelesen hat, weiß, was ihn erwartet. Mit dem Roman ,,1794“ führt der Autor Niklas Natt och Dag den Leser erneut nach Stockholm am Ende des 18. Jahrhunderts und bietet wieder ein spannendes, vielseitiges, teils aber auch sehr brutales Leseerlebnis.
Nach Cecil Winges Tod und den gemeinsamen Ermittlungen ist der Kriegsveteranen Jean Michael Cardell wieder auf sich allein gestellt. Außer Kneipen, Alkohol und Schlägereien gibt es nicht viel Abwechslung in seinem Leben. Da sucht ihn eine Frau auf und bittet ihn um Hilfe, den mysteriösen Tod ihrer Tochter aufzuklären. Diese wurde in der Hochzeitsnacht grausam ermordet, der frisch angetraute Ehemann wurde als Mörder identifiziert und ins Irrenhaus eingewiesen. Allerdings zweifelt die Mutter der Ermordeten an dieser Version. Cardell findet Unterstützung in Cecil Winges jüngeren Bruder Emil. Dieser ist allerdings nervlich angeschlagen, hat immer wieder Visionen und Cardell, selbst ja kein Kind von Traurigkeit, muss ihn zunächst vom Alkohol wegbringen.
Im ersten Teil begleitet man den jungen Adligen Erik Drei Rosen, der von seinem strengen Vater auf die Karibik-Insel Saint-Barthélemy geschickt wird. In der damaligen schwedischen Kolonie blüht der Sklavenhandel und Erik lernt nicht nur menschliche Abgründe, sondern auch den undurchsichtigen Geschäftsmann Tycho Ceton kennen, der den naiven jungen Mann unter seine Fittiche nimmt.
Wie schon in ,,1793“ wirken die vier Teile des Romans, die nach den vier Jahreszeiten benannt sind, zunächst eigenständig. Erst nach und nach erschließt sich der Gesamtzusammenhang zu einer gut konstruierten und schlüssigen Geschichte.
Allerdings kommt man als Leser gelegentlich auch an die Grenze des Ertragbaren. Niklas Natt och Dag äußerst anschaulicher und schonungsloser Stil vermittelt das Geschehen hautnah, seien es die Gerüche und Geräusche der Stadt, Landschaftsschilderungen oder die Beschreibung der Zustände im Tollhaus. Allerdings macht der Autor auch nicht Halt vor grausamen und brutalen Szenen, z.B. wie Sklaven behandelt und bestraft werden.

,,1794“ ist ein absolut lesenswerter historischer Kriminalroman, allerdings nichts für zart besaitete Leser.
anders, aber gut 09. Januar 2020
Cardell und Winge sind zurück. Wie Winge? Der ist doch tot. Allerdings gibt es zwei von ihnen und so ermitteln Cardell und er nun in ihrem zweiten Fall.
Ich fand das Buch sehr spannend erzählt, allerdings war die Handlung nicht wirklich zusammenhängend. Das Buch ist eher in 3 Erzählstränge aufgeteilt, die alle 3 für sich sehr gut geschrieben sind und die mich gefesselt haben. Zuerst erzählt Erik 3 Rosen seine Geschichte und die gilt es dann von Cardell und Winge aufzulösen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn der Gegner ist übermächtig und aalglatt. Dann ist da noch Anna Stinas Geschichte, die ich auch nur so verschlungen habe. War sie mir doch schon im ersten Band (1793) sehr sympathisch. Ihr Weg kreuzt dann auch wieder Cardells, aber irgendwie fand ich diese Handlung dann ein wenig lahm. Zudem habe ich nicht verstanden, warum sie nicht seine Hilfe nutzt und sich verpflichtet fühlt, ein Versprechen zu halten.
Das Ende fand ich dann gar nicht gut. Es bleibt so viel offen und auch der Bösewicht wird in meinen Augen zu wenig bestraft.
Aufgrund dieses Endes hoffe ich aber – und nicht nur deshalb – auf eine weitere Fortsetzung.
Natt och Dag bringt die Stimmung der Epoche wahnsinnig gut rüber. Seine Schilderungen der Armut und der Umgebung finde ich sehr authentisch und die Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch.
Fazit: anders, aber nicht schlechter als Band 1. Allerdings hätte ich mir eine etwas flüssigere Handlung gewünscht und vor allem ein anderes Ende 
Fesselnd, düster und brutal 31. Dezember 2019
Die Thriller-Reihe um Michael Cardell geht weiter. Man schreibt das Jahr 1794, das ebenso finster wie das vergangene ist.
Cardell soll den Mord an einer jungen Frau aufklären, die in der Hochzeitsnacht ermordet worden ist. Als Täter wird der Ehemann recht schnell ausgemacht. Der wird, auf Grund seiner adeligen herkunft nicht zum Tode verurteilt, sondern in ein Irrenhaus gesteckt, was zu dieser Zeit allerdings einem Tod auf Raten gleich kommt.

Als Cardell diesen Fall übernimmt, weiß er noch nicht, welchen menschlichen Abgründen er gegenüberstehen wird. Außerdem wartet noch eine Überraschung auf Michael Cardell: er erhält mit Emil Winge, dem Bruder an Schwindsucht verstorbenen Cecil Winge, einen neuen Partner.

Meine Meinung:

Düster, beklemmend und fesselnd wie der erste Band - so lassen sich die 560 Seiten in einem Satz zusammenfassen.

Dieser historische Thriller ist nichts für Zartbesaitete. Der Autor beschreibt die menschlichen Abgründe recht detailliert und keine Grausamkeit ist ihm fremd. Wir tauchen tief in das historische Stockholm des 19. Jahrhunderts ein, das ohnehin nicht arm an Unmenschlichkeit ist. Dennoch in diesem Fall laufen dem Leser doch kalte Schauer über den Rücken.

Der Schreibstil ist packend, manchmal kaum auszuhalten, ob der gespenstig, grausamen Stimmung. Das Buch ist wieder in vier große Kapitel, den Jahreszeiten entsprechend unterteilt.

Das Cover ist wieder genial und hat einen tollen Wiedererkennungswert.

Fazit:

Wer einen stellenweise grausamen Thriller sucht, wird hier fündig, andere sollten die Finger von diesem Buch lassen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Cardell 29. Dezember 2019
von RE
Jean Michael Cardell ermittelt hier in seinem zweiten Fall. Und wie schon der erste Band "1793", geht es auch hier wieder gruselig-schaurig zu und dem Leser wird eine Zeitreise vom Feinsten, auf hohem Niveau geliefert. Auch dieser Fall führt Cardell und mit ihm seine Leser in die Tiefen eines gefährlichen und verruchten Stockholm. Die Beschreibungen eines Stockholms des ausgehenden 18. Jahrhunderts sind sehr bildgewaltig und lösen ein Kopfkino aus, bei dem ich so manches Mal dachte, wie gut es doch ist, dass es sich hier um ein Buch und keinen Film handelt und dass mir vor allem auch die breite Skala an Gerüchen erspart geblieben ist. Man muss sich auf dieses Buch einlassen, darf nicht zurück schrecken und auch die Sprache ist gewollt angepasst und natürlich gewöhnungsbedürftig. Für mich war es ein tolles Leseerlebnis.
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