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Die 48 Briefkästen meines Vaters

Die 48 Briefkästen meines Vaters

Lorraine Fouchet

Taschenbuch
2019 Atlantik Verlag
Auflage: 1. Auflage
304 Seiten; 213 mm x 138 mm
ISBN: 978-3-455-00542-4

(2 Rezensionen) - Rezension verfassen


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Besprechung
"In ihrem neuen Roman [...] erzählt Lorraine Fouchet auf warmherzige Art nicht nur von ihrer Protagonistin Chiara, sondern auch von sich selbst." Erlesen, 06/2019

Langtext
Auf der Suche nach ihrem unbekannten Vater reist Chiara aus Rom in die stürmische Bretagne. Sie ist bei ihrer Mutter in dem Glauben aufgewachsen, ihr Vater sei vor ihrer Geburt gestorben, bis sie eines Tages erfährt, dass sie womöglich die Tochter eines bretonischen Matrosen ist. Doch wie soll sie ihn auf der Insel Groix finden, wo sie nicht einmal seinen Namen kennt? Als ihr eine Stelle als Inselbriefträgerin angeboten wird, hat sie einen perfekten Vorwand für ihre Nachforschungen. Auf Groix kommen die Überraschungen nämlich mit dem Postschiff, und die Briefkästen haben ihre eigenen Geheimnisse. Hier findet Chiara eine zweite Familie. Und sie lernt den undurchschaubaren Schriftsteller Gabin kennen. Aber wird Chiara auch erfahren, wer tatsächlich ihr Vater ist?

Fouchet, Lorraine
Lorraine Fouchet, geboren 1956, arbeitete als Notärztin, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist Autorin zahlreicher Romane und lebt in der Nähe von Paris und auf der Île de Groix in der Bretagne. Bei Atlantik erschien von ihr Ein geschenkter Anfang (2017) und Die Farben des Lebens (2018).

Segerer, Katrin
Katrin Segerer, geboren 1987, studierte in Düsseldorf Literaturübersetzen und überträgt seither Literatur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Englischen und Französischen.


Poetisch, aber zu schwermütig 30. Mai 2019
Ein genialer Titel - doch stilistisch konnte mich der Inhalt von "Die 48 Briefkästen meines Vaters" nicht vollends überzeugen.

Nach einem Streit erfährt Chiara, dass nicht der - eine Woche nach der Hochzeit - verstorbene Mann ihrer Mutter ihr Vater ist, sondern ein Bretone, der von der Insel Groix stammen soll. Kurzentschlossen lässt sie alles stehen und liegen und fliegt nach Frankreich, reist auf die Insel Groix.

Auf der Fähre lernt sie Urielle mit ihren Zwillingsjungs und den Korsen Gabin kennen. Durch einen Beinahe-Unfall freunden sich die drei an. Chiara wird eingeladen bei Urielles Familie zu wohnen, was Chiara gerne annimmt. Da gerade die Briefträgerin für eine Woche ausfällt, nimmt Chiara deren Job an. Sie erhofft dadurch mehr über die Inselbewohner zu erfahren, insbesondere herauszufinden, wer ihr leiblicher Vater ist. Alles was sie von ihm weiss, ist, dass er den Nachnamen eines Wetterphänomens hat und vor 26 Jahren kurz auf der Insel Elba war. Chiara fühlt sich schnell familiär und willkommen, ein Gefühl, das sie von ihrer Mutter Livia nicht kennt.

Neben Chiaras Geschichte wird auch jene von einem, bis fast zum Ende unbekannten, Charles geschildert, aber rückblickend. Sogar einige der Briefkästen werden zu Erzähler. Diese vielen Wechsel der Handlungsstränge und die Pendelei zwischen Gegenwart und Vergangenheit wirkten mit der Zeit aber ermüdend.

Für meinen Geschmack werden zu oft Gedichte zitiert, und ebenso zu oft werden (vor allem in der ersten Hälfte) bretonische Ausdrücke benutzt. Im französischen Original sind sie vielleicht nicht so auffällig und normalerweise stören mich fremdsprachige Begriffe nicht sehr, aber hier hatte ich bald mal genug von den dazugehörigen Erklärungen.

Man kann der Geschichte eine gewisse Poesie nicht absprechen und auch nicht den Schalk, der sich bei Lorraine Fouchets Romanen fast immer durch alle Seiten zieht. Sie ist auf eine spezielle Art schön, fast eine Liebeserklärung an die Insel Groix.

Trotzdem hat mich "Die 48 Briefkästen meines Vaters" leider nicht richtig gefesselt, der Titel ist ein wenig irritierend und ich stolperte über ein, zwei Unstimmigkeiten. Anstatt Abends wie üblich noch einige Kapitel zu lesen und irgendwann schweren Herzens nur aus Vernunftgründen die Lektüre zur Seite zu legen, entschloss ich mich hier gleich zweimal ohne Bettmümpfeli-Lektüre einzuschlafen.

Fazit: Die poetische Geschichte um die Suche nach Chiaras Vater kam mir zu schwermütig daher.
3.5 Punkte.
Wer ist der Vater 23. Mai 2019
von begine

Die 48 Briefkästen meines Vaters ist ein orgineller interessanter Roman vom der französischen Schriftstellerin Lorraine Fouchet.
Chiara ist 25 Jahre alt, als ihre Patentante behauptet, das ihr richtiger Vater ein bretonischer Matrose ist. Ihre Mutter sagt das der Vater vor Chiaras Geburt verunglückt ist. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter war schon immer etwas kühl.
Chiara will ihren echten Vater finden und sucht ihn auf der Insel Groix. Dafür übernimmt sie den Job als Briefträgerin.
Auf der Insel sind einige Einwohner etwas skurril. Sogar die Briefkästen bekommen von der Autorin ein Eigenleben.
Der Roman behandelt Themen, wie Eifersucht, Trauer, Sehnsucht, Liebe und Freundschaft.
Es hat Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen.