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Das schwarze Band

Das schwarze Band

Ein Fall für August Emmerich - Kriminalroman | Alex Beer

Hardcover
2020 Limes
Auflage: Originalausgabe
352 Seiten; 218 mm x 143 mm
ISBN: 978-3-8090-2720-1

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Besprechung
"Die österreichische Autorin Alex Beer liefert auch im vierten Teil ihrer Wien-Krimi-Reihe um Inspektor August Emmerich spannendes Kopfkino mit starkem sozialen Einschlag." Die Presse

Langtext
Ein eigenwilliger Ermittler, eine tödliche Intrige und eine ganze Republik am Rande des Abgrunds ...

Wien im Juli 1921: Die Stadt ächzt unter einer Hitzewelle, Wasser wird rationiert, und der Asphalt schmilzt. Kriminalinspektor August Emmerich macht noch ein ganz anderes Problem zu schaffen: Weil er sich wieder einmal danebenbenommen hat, wird er von den Ermittlungen an zwei ermordeten Tänzerinnen abgezogen und in einer Kadettenschule interniert. Dort soll er, gemeinsam mit anderen schwarzen Schafen aus dem Polizeidienst, bessere Umgangsformen lernen. Doch als in der Schule ebenfalls ein Mord passiert, muss Emmerich für seine Nachforschungen erneut alle Regeln brechen. Denn er sieht sich mit einer blutigen Intrige konfrontiert, die ihn bis in die höchsten politischen Kreise führt ...
August Emmerich ermittelt:
Band 1: Der zweite Reiter
Band 2: Die rote Frau
Band 3: Der dunkle Bote
Band 4: Das schwarze Band
Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.



Beer, Alex
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur, »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 und »Der dunkle Bote«, erneut ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis sowie der MIMI 2020, erscheint in diesem Jahr "Das schwarze Band", der vierte Roman um August Emmerich. Die ersten drei Bände ihrer viel gerühmten Reihe wurden zudem mit dem Österreichischen Krimipreis 2019 prämiert. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.«


Ein Fall für August Emmerich 07. Juni 2020
August Emmerich ist ein Kriminalkommissar der aus dem Rahmen fällt. Nicht nur weil er im Wien in den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts ermittelt, sondern weil er nicht in das gängige Beamtenklischee passt. Aufgewachsen als uneheliches Kind im Waisenhaus, war ihm eher ein proletarischer Werdegang vorherbestimmt. Auch wenn er nun als Kriminalbeamter eine gesicherte Position hat, seine Herkunft will und kann er nicht verleugnen. Und was heißt schon gesichert, wenn die Inflation wütet und er mit seinen drei kleinen Kindern keine Wohnung findet. Das ist der Hintergrund dieses historischen Kriminalromans.

Ein Doppelmord macht der Polizei zu schaffen, es traf zwei junge Frauen aus dem Milieu. Doch statt zu ermitteln, muss Emmerich zu einer Art Benimmkurs. Seine despektierlichen Äußerungen über den neuen Kanzler wurden leider von der falschen Person gehört. Nun sitzt Emmerich in einer Kadettenanstalt fest und muss seinen jungen Mitarbeiter in die Welt der Gangster, Schieber und zwielichtigen Clubs schicken. Eine echte Feuerprobe für den jungen, ehemals adligen, Ferdinand Winter.

Es gibt schon einige Bücher um August Emmerich, aber ?Das schwarze Band? ist mein Einstieg. Ich hatte damit überhaupt keine Probleme und nie das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt. Lediglich der Wunsch, möglichst schnell die anderen Bände aus der Reihe zu lesen, ist immer drängender geworden.

Das stimmungsvolle Zeitbild hat mich gefesselt, die wilden Zwanziger, die auch in Wien, ähnlich wie in der Berlin zu dieser Zeit, zwei Welten zeigen. Die hemmungslose Vergnügungssucht in Bars und diversen Clubs, sexuelle Freizügigkeit wie nie zuvor auf der einen Seite. Aber auch eine zunehmende Verelendung der Bevölkerung, Inflation und Arbeitslosigkeit haben viele Viertel Wiens in Slums verwandelt. Dazu kommt die unsichere politische Führung, das Kaiserreich ist eben erst untergegangen und der alte Adel will sich nicht mit dem Adelsaufhebungsgesetz abfinden.

Ich mag es, wenn mich Bücher mit Spannung unterhalten, ich aber auch sehr viel aus dem Hintergrund erfahren kann. Hier vor allem zeitgeschichtliche Dinge aus der jungen Republik Österreich. Das war eine richtige Zeitreise.

Alex Beer hat eine faszinierende Art zu schreiben, der Krimi ist unglaublich spannend, hart und ungeschminkt, aber auch unterhaltend. Ihre Figuren ? allen voran ? August Emmerich haben mir in ihrer Charakterisierung sehr gefallen.

Genau der richtige Lesestoff für Fans des historischen Kriminalromans und ich bin sicher, ich werde mir keinen Band entgehen lassen.
Eine gelungene Fortsetzung 07. Juni 2020
Man schreibt das Jahr 1921 und Wien wird von einer noch nie da gewesenen Hitzewelle heimgesucht. Zahlreiche Menschen sterben an Dehydrierung. Doch nicht nur natürliche Ursachen kosten einigen Menschen das Leben. Es wird auch weiter gemordet. Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter werden in die Brigittenau gerufen. Zwei Frauen sind in ihrer Wohnung erschlagen worden, die dritte Mitbewohnerin ist verschwunden. Ist sie die Täterin oder ein Opfer?

Doch bevor die Ermittlungen so richtig in Fahrt kommen, wird August Emmerich zu einem ?Benimm-Lehrgang? in die Schwarzenbergkaserne abkommandiert. Er soll bitte endlich, seine ruppige Art ablegen und nicht immer das sagen, was er sich denkt. Doch als er die anderen Kursteilnehmer sieht und sein Widersacher in der Abteilung ?Leib und Leben? Peter Brühl als Ausbildner erscheint, kommt ihm dieser Kurs ziemlich ?spanisch? vor. Als dann noch ein Kursteilnehmer vor seinen Augen in den Tod gestoßen wird, ist ihm klar, dass hier etwas ganz gewaltig stinkt. Will man seine Karriere bei der Polizei nun endgültig ruinieren oder gibt es ein weit größeres Intrigenspiel mit weit reichenden Folgen für die junge Republik?

Meine Meinung:

Emmerich ist ein ?Sau-Prolet?, wie Veit Kolja, sein einstiger Waisenhaus-Kumpel, Unterweltsboss und nunmehriger Neo-Parlamentarier zu sagen pflegt, während Ferdinand (von) Winter als seines Vermögens und Titel verlustiger Adeliger stets höflich und mitunter auch ein wenig zu zurückhaltend auftritt. So würde Ferdinand niemals über den neuen Bundeskanzler Johann Schober sagen, dass ?er vielleicht ein guter Polizeipräsident war, aber als Bundeskanzler nichts tauge, weil er wie viele andere ein Geldsack und Emporkömmling sei.? (S. 15) Ja, Ferdinand würde so etwas nicht einmal denken, geschweige denn, auf einem Empfang laut aussprechen und dabei noch von einigen Leuten belauscht werden.

Doch kann man Emmerich sehr gut verstehen. Er ist eben nicht auf der Butterseite des Lebens aufgewachsen. Derzeit kämpft er mit der steigenden Inflation, die ihm und den drei Kindern seiner ermordeten Freundin kaum das Nötigste zum Leben lassen.

Auch in ihrem vierten Fall für das ungleiche Ermittler-Duo flicht die Autorin wieder historische Fakten ein. So sind die steigende Teuerung, die Wohnungsnot und die unsichere politische Lage ein großes Thema. Interessant auch der Blick auf die wenigen weiblichen Abgeordneten im Parlament. Eine fiktive Figur sticht hier besonders heraus: Adelheid Rupert, die mit ihrer Aktion sogar Veit Kolja einen aufrichtigen Respekt abnötigt (S. 324).

Sehr spannend ist auch der zweite, abermals misslungene Restaurationsversuch von Ex-Kaiser Karl I. in den Krimi integriert.

Gut gelungen ist die langsame Weiterentwicklung Ferdinands, der ja in Abwesenheit von Emmerich, den Doppelmord aufklären soll und dem dabei jede Menge Prügel vor die Beine geworfen werden. Dabei hält er sich an den Rat, den ihm sein Vorgesetzter gegeben hat: ?Machen Sie genau das Gegenteil davon, was Sie sonst machen würden.? Ganz unbeschadet kommt der Assistent natürlich nicht davon. Denn das ?Paradies? ist kein solches sondern der Vorhof zur Hölle, auf den man ihn bei der adeligen Erziehung nicht vorbereitet hat.

Diese Krimi-Reihe besticht durch ihre authentischen Figuren und Beschreibungen des Alltags. Die Zahlen, Daten und Fakten sind penibel recherchiert. Das eine oder andere historische Ereignis ist dem Verlauf des Krimis angepasst worden. Im Nachwort vermerkt Alex Beer, die im bürgerlichen Leben Daniela Larcher heißt, diese Freiheiten.

Dass die Reihe noch nicht zu Ende ist, lässt uns die Autorin auch wissen. August Emmerich erfährt endlich, nach langer Suche, den Namen seiner Mutter bzw. seines Vaters. Darauf freue ich mich, denn die Suche nach dem Vater wird bestimmt kein Honigschlecken.

Ich habe diesen vierten Band nicht aus der Hand legen können und in einer Nacht gelesen.

Fazit:

Spannend bis zur letzten Seite - eine gelungene Fortsetzung der Reihe rund um August Emmerich & Ferdinand Winter. Schade, dass hier maximal 5 Sterne zu vergeben sind.