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Runter vom Sofa!

Runter vom Sofa!

Die 365-Tage-Challenge | Manuela Macedonia

Hardcover
2019 Brandstätter
Auflage: 1. Auflage
192 Seiten; 216 mm x 143 mm
ISBN: 978-3-7106-0378-5

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Langtext
Nach dem sensationellen Erfolg von "Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke" legt die renommierte Neurowissenschaftlerin Dr. Manuela Macedonia nun ein Tagebuch vor, das unser Leben verändern wird. Sie begleitet uns Tag für Tag durch das ganze Jahr und motiviert uns, endlich in Schwung zu kommen: Zwölf Monate und zwölf Gründe, um unsere Komfortzone - das Sofa! - zu verlassen und regelmäßig Bewegung zu machen. Damit dokumentieren wir hochmotiviert unsere Erfolgserlebnisse und verwirklichen damit einen genialen Plan: Wir stärken unser Gedächtnis, denken besser und schützen uns vor Demenz. All das völlig ohne Medikamente und Nebenwirkungen mit dem Ergebnis: Unser Gehirn sagt Danke! Wissenschaftlich fundiertes, komprimiertes Wissen - unterhaltsam und witzig aufgemacht!

Macedonia, Manuela
Dr. Manuela Macedonia ist Neurowissenschaftlerin und forscht am Linz Center of Mechatronics der Universität Linz und am Max-Planck-Institut Leipzig in der Arbeitsgruppe "Neuronale Plastizität". Als Gedächtnisexpertin arbeitet sie an der Entwicklung und Testung intelligenter Systeme (digitaler Coaches), die Menschen durch Lernprozesse interaktiv begleiten. Sie ist eine passionierte Sportlerin, die sich ungeachtet der Witterung im Sommer und im Winter bewegt: aber, wie sie betont, nicht für ihre Figur, sondern für ihr Gehirn.

SCHADE! 28. Oktober 2019
Hält man das Buch der Autorin zum ersten Mal in den Händen und schlägt die ersten Seiten auf, dann wird der Umfang der 365 Tage Challenge (also eine Jahres-Challenge) rasch klar: Ich werde in diesem Jahr etwas für meine Gehirngefäße, für mein Kurzzeitgedächtnis, für mein Glücksgefühl, für meine Nervenzellen, für meinen Nervenwachstumsfaktor, für mein Multitasking, für meine Gehirnrinde, für das Futter meiner Neuronen, für meine Kreativität, für meine Zufriedenheit, gegen Alzheimer und für meine Geist-Körper Balance tun (müssen). Viel Gehirn kommt vor, aber das ist nicht weiter verwunderlich, denn Frau Dr. Macedonia ist Neurowissenschaftlerin. Meine Erwartungen sind hoch.

Die Kampfansage an den inneren Schweinehund kann also beginnen. Es geht primär um das Thema BEWEGUNG und den Einfluss der Bewegung auf unser Gehirn und dessen Fähigkeiten.

Das Buch ist ein zu führendes Tagebuch, welches in 52 Wochen aufgeteilt ist.
Woche 1 beschäftigt sich mit dem Thema, welche Art von Bewegung für mich gut ist. Man setzt sich ein Bewegungs-Wochenziel und trägt in einer Liste ein, welche Art von Bewegung in welcher Dauer man gemacht hat und wie zufrieden man mit sich ist. Mögliche Ausreden werden durch kleine Motivationen der Autorin gleich außer Kraft gesetzt. Diese Bewegungsliste zum Eintragen begleitet uns in jeder Woche ? auf einer ganzen Buchseite, also kann man schon einmal 52 Buchseiten des 185 starken Buches ? rein von der Information her - streichen.

Woche 2 beschäftigt sich mit der Frage, wie oft ich mich bewegen soll und auf welche Dinge ich verzichten könnte, um stattdessen Bewegung zu machen. Wieder sind in der Wochenliste Daten einzutragen.

Woche 3 beschäftigt sich mit dem Thema Brainfood und der Motivation, auf gewisse Lebensmittel zu verzichten. Bereits hier merke ich, dass die Ausführungen zu den Themen viel zu kurz und nahezu ?oberflächlich? sind. In Woche 4 gibt es eine Statistik für unseren Alltag und die bereits obligate Bewegungsliste. Woche 5 widmet sich dem Schlaf, aber das bedeutet nicht, dass die Bewegungsliste plötzlich obsolet geworden sein soll.

Dass Bewegung gut gegen Stress ist, wird in Woche 6 behandelt. In Woche 7 geht es kurz um Gehirndoping mit einer einzigen Conclusio: Hände weg von allen Drogen! Wäre das auch geklärt. Kurz und (un)bündig. Dass Walnüsse eine Wohltat für das Gehirn sind, weiss mittlerweile jeder und man wird in Woche 8 gefragt, was man an seiner Ernährung ändern wollen würde. Dass Musik beim Laufen gut tut, ist auch nichts wirklich Neues. Woche 9 steht unter dem Motto Yoga und Glück. Nur leider kürzt die Autorin das Thema schnell mit den Worten ab: Zit.Seite 48 ? Ich bleibe dran und berichte darüber, sobald die Forschungslage klarer ist?. Dass man während des Gehens am Laufband Telefonate erledigen könnte, um so quasi nicht daran denken zu müssen, dass man sich bewegt (innerer Schweinehund), finde ich einen interessanten Ansatz. Eigentlich sollte man meiner Meinung nach jedoch in einen Flow kommen, bei dem Telefonate wohl eher kontraproduktiv sind. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Ich befinde mich beim Lesen in Woche 12 . Erst! Woche 12 hat dann aber gleich einen Ratschlag parat nach dem Motto: ?Sex und Glück?. Gute Idee! In fast jedem Kapitel bisher geht es um die Dopaminausschüttung im Gehirn. Das weiss man jetzt auch, aber steter Tropfen höhlt den Stein, man soll es sich ja merken! Woche 14 erweckt endlich meine Aufmerksamkeit. Man sieht nach einer schriftlichen Einführung, wie ein Neuron aufgebaut ist, ein Neuron als Zeichnung, auf der man die Bezeichnungen der jeweiligen Bereiche des Neurons einfügen kann. Wussten Sie, dass Gewichtsreduktion wichtig ist, um Bewegung möglich zu machen? Das ist die Kernaussage in Woche 15. Ich frage mich zwischenzeitig, warum das Jahr 52 Wochen haben muss. Und immer, wenn ich einen geistigen Einbruch beim Lesen dieses Buches erleide, kommt schon wieder Sex ins Spiel ? so auch in Woche 16 unter dem Thema Sex und Neurogenese. Gut, dass in diesem Kapitel Frau Dr. Macedonia ein Mind Wandering Beispiel gibt. Man soll das schönste Naturerlebnis der letzten Wochen Revue passieren lassen.
Woche 17 befasst sich wieder mit dem Übergewicht und der Aufzählung, dass man auf Snacks zwischendurch, auf Zuckerlimonaden und Naschzeug verzichten soll. Fast schelmisch fragt die Autorin uns Leser: ?Habe ich etwas vergessen?? In Woche 18 werden wir mit dem Begriff BDNF konfrontiert, der auf Deutsch übersetzt Nervenwachstumsfaktor bedeutet. Für die Entdeckung des BDNF gab es immerhin 1986 einen Nobelpreis-für eine Frau. In Woche 19 bezieht die Autorin Stellung zum E-Bike? und da bin ich ganz ihrer Meinung! Haben Sie gewusst, dass KAT Kynurenin unschädlich machen kann? Was das in etwa heißen soll, erfahren wir auch in Woche 19.

Kleine Aufmunterung der Autorin zu diesem Zeitpunkt: Zit.Seite 84 ? Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, uns bei schlechtem Wetter oder trotz widriger Umstände zu bewegen. Wir teilen das in unseren Social Media mit! Vergiss bitte nicht zu posten???

In Woche 20 stellt mir die Autorin die Frage, wie groß mein Stresspaket ist, um in Woche 21 aufzuklären, dass Bewegung zu machen besser ist, als Medikamente zu nehmen. In Woche 22 sollen wir unsere kognitive Kontrolle stärken. zB Aufgaben machen und gleichzeitig Musik hören, Nachrichten schicken und schnell einen Blick in Facebook werfen. Und: Vergiss bitte nicht zu posten! Woche 24 bringt die Erkenntnis, dass Computerprogramme, Rätselhefte und alles, was zum Thema ?Gehirnjogging? verkauft wird, das Gedächtnis und die kognitive Kontrolle NICHT trainieren und verbessern kann. Eine gewagte Aussage, doch die Autorin greift dieser inneren Kritik gleich vor und erzählt von einem diesbezüglichen Gerichtsurteil in den USA. Woche 25 beschreibt das Experiment mit den Affen von Wisconsin. In Woche 26 fragt uns die Autorin, warum Kräuter in der Ernährung gesund sind und gibt die verblüffende Antwort, weil diese Aromen enthalten, die antioxidative Eigenschaften haben. Kurz und bündig. Wussten Sie das nicht? DANN haben Sie etwas dazugelernt. Bevor nach diesen 26 Wochen (ja Halbzeit!) eine Zwischenbilanz gezogen werden kann, gibt uns die Autorin ihr Pesto-Rezept bekannt.

Wenn ich sodann meine Ziele für das nächste Halbjahr definiert habe, geht es munter weiter mit Woche 27 und der Frage, ob ich meine Gehirnrinde pflege. Ich darf ja oder nein ankreuzen und womit ich sie pflege. In Woche 28 musste ich herzhaft lachen. Beim TIPP dieser Woche ist folgendes zu lesen: Zit. Seite 115: ?Fragst du dich, ob man messen kann, ob die Rinde schon geschrumpft ist? Grundsätzlich ist das möglich, aber um festzustellen, ob und wo deine Rinde dünner geworden ist, hättest du schon vor 20 Jahren die erste strukturelle Magnetresonanztomografie deiner Rinde machen lassen müssen, um sie mit der heutigen vergleichen zu können. Forget it! ? Danke für diesen Tipp!

Woche 29 beschreibt den Zusammenhang zwischen Stress und Heißhunger. Wer oder was ist C. elegans? Sie erfahren es in Woche 30. Woche 31 ruft uns auf, oxidativen Stress zu vermeiden, Woche 32 ruft uns die Begriffe BDNF, Dopamin, Neurogenese, usw. wieder in Erinnerung. In Woche 31 fragt mich die Autorin, ob ich schon in die Gänge gekommen bin und ich neige dazu zu sagen ?nein, beim Lesen noch nicht???., aber die Autorin lässt mich nicht alleine und schreibt bei ihrem Tipp: Zit. Seite 129 ?Take it easy?. Ja, ich versuche es. Woche 34 beschreibt, warum Schlaf für unser Gehirn so wichtig ist. Der beste Tipp: Zit. Seite 132: ?Die nächsten 7 Tage bleibt das Smartphone abends im Bad und wir lassen uns vom guten alten Wecker wecken. Einverstanden?? Ja, gerne Frau Doktor, aber wenn ich nur wüsste, wo ich den guten, alten Wecker hingegeben habe??.

Ein wichtiges Thema wird in Woche 35 behandelt: Tabletten und Schlaf. Woche 36 beschäftigt sich mit der Kreativität, Woche 37, wo die Kreativität sitzt, Woche 38 warnt uns davor, uns keine Zeit für Bewegung zu nehmen. Die Rechnung bekommen wir erst im Alter präsentiert- mit hohen Zinsen. Ja auch Angst ist ein Motivator, wie auch die Autorin selbst in einem ihrer Kapitel zugibt. Warum Gehirn und Smartphone ähnlich sind, erfährt man auch kurz und bündig in diesem Kapitel. Tanzen ist gut ist die Überschrift in Woche 39, in Woche 40 gesellen sich nun endlich zu den bereits bekannten Dopaminen die Endorphine. Diese werden im übrigen auch angeregt, wenn man die ?Tor des Géants? (die Tour der Riesen) absolviert. Ob wir Normalsterblichen in Woche 40 schon bereit sind, 330 Kilometer und 24.000 Höhenmeter in maximal 6 Tagen zu absolvieren, das bleibt dahingestellt. Motivation bleibt aber nicht aus. Zit. Seite 152 ? Diese Wettkämpfe mit den Entbehrungen, den Krämpfen im Magen und dem bitteren Speichel im Mund haben mich für das Leben geprägt: Ich kann noch, wenn alle anderen nicht mehr können? . In Woche 42 bekommen wir ein Rezept für einen selbstgebackenen Müsliriegel, um in Woche 43 den nächsten Botenstoff, das Serotonin, kennenzulernen und die Beantwortung der Frage, warum Sorgen in der Nacht größer werden. Woche 44 stellt klipp und klar (kurz und bündig) fest, dass Altern unbarmherzig ist. Auch das Dopamin begegnet uns wieder. In Woche 45 erfahren wir etwas von der Epigenetik von Alzheimer und warum Sarden so alt werden. Woche 46 befasst sich mit unseren Telomeren und psychischem Stress und der Erkenntnis, dass Bewegung das Stresshormon Cortisol abbaut. Woche 47 beschäftigt sich wieder mit dem Tanzen und dessen Einwirkung auf unser Gehirn. In Woche 48 lernen wir Oma Irene kennen und die gute Laune im Alter, sowie die erneute Feststellung, dass Angst vor?.. der beste Sportcoach ist.

Woche 49 beschäftigt sich mit der Darm-Hirn-Achse und depressiven Mäusen, um in Woche 50 die Frage gestellt zu bekommen, ob zuerst das Ei oder die Henne kam? Woche 51 stellt mir die Frage, ob ich es geschafft habe, in den letzten Monaten mein Bewegungsziel zu erreichen. In der letzten Woche geht es endlich auch einmal um den Flow durch Bewegung und ich erinnere mich an die Telefonate-Tipps am Laufband in einer der früheren Wochen. Dass uns Natur Kraft gibt, sollte eigentlich jeder wissen. Zum Abschluss des Buches kann man eine Bilanz für das 2. Halbjahr machen.

FAZIT:
Was man nach der Lektüre in jedem Fall sicher weiss ist, dass die Autorin eine begeisterte Läuferin ist, die uns alle mit ihrer Passion für das Laufen ?anstecken? möchte. Fakt ist: Frau Dr. Macedonia ist SEHR sportlich.
Das Buch selbst ist durch die Zeichnungen nett gestaltet, es kann jedoch nur als kleiner Anreiz verstanden werden, sich zu bewegen. Ein richtig gutes Motivationsbuch ist es für mich keines. Dazu ist es leider zu oberflächlich und flüchtig geschrieben. In der Kürze liegt nicht immer unbedingt auch die Würze!
Neurowissenschaftlich interessant sind lediglich die 12 Einführungskapitel. Da erfährt man vielleicht noch Neues, das man vorher nicht wusste.
Die Autorin verweist immer auch auf ihre social media Plattformen mit der Bitte: Vergiss bitte nicht zu posten. Wir freuen uns, wenn wir gemeinsam des Weges gehen! Mein Tipp: Gleich auf die social media Plattformen der Autorin gehen und sich dort mit den Menschen austauschen ? gibt sicher den größeren Motivationskick!
Frau Dr. Macedonia ist sicher eine sehr gescheite Frau! Aber als Wissenschaftlerin tätig zu sein und ein Buch zu schreiben sind halt doch 2 Paar Schuhe. Ich habe das Erstlingswerk nicht gelesen, aber das werde ich nachholen. Vielleicht verstehe ich dann dieses Buch in seiner legeren Art der Untiefe etwas besser ?.
Auf Seite 100 schreibt die Autorin einen wichtigen Satz. Zit.? Verlassen wir uns doch auf unseren gesunden Menschenverstand, der weiß, was gut und schlecht für uns ist ? so können wir das Leben auch ein bisschen genießen.?
Und ich ? ich muss jetzt an die frische Luft?.. Laufen gehen.