Wir möchten Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Dazu speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhalten Sie durch Klick auf „Mehr Informationen”

Buchhandlung Lauf

Suche

Wo nur die Wiege stand

Wo nur die Wiege stand

Über die Anziehungskraft früh verlassener Geburtsorte | Ludwig Laher

Hardcover
2019 Müller (otto), Salzburg
104 Seiten; 195 mm x 144 mm
ISBN: 978-3-7013-1265-8

(0 Rezensionen) - Rezension verfassen


€ 17,00

in den Warenkorb
  • versand- oder abholbereit in 48 Stunden
  • Versandkostenfrei (Österreich und Deutschland, ab 25 Euro)
Langtext
Kaum fünfzehn Kilometer liegen Braunau und Marktl voneinander entfernt. Gemeinsam ist beiden Orten am Inn, dass sie kurz Elternpaare mit Wickelkindern beherbergten, die Weltgeschichte machen sollten. Während Marktl versuchte, aus den ersten zwei Lebensjahren des deutschen Papstes möglichst viel Kapital zu schlagen, hadert Braunau mit seinem Schicksal, dauernd mit dem Winzling Adolf in Verbindung gebracht zu werden, der dort übers Windelfüllen doch nicht hinauskam.

Ludwig Lahers geistreicher, ebenso kurzweiliger wie vielschichtiger literarischer Essay über früh verlassene Geburtshäuser Prominenter spürt unter anderem der Frage nach, was es mit der vielbeschworenen, kaum je aber nachvollziehbar begründeten Aura solcher Schauplätze auf sich hat. Wie gehen die Kommunen mit ihnen um, wie die Gedenkinstitutionen selbst? Welche Blüten treiben merkantile und/oder politische Erwägungen? Warum ziehen bloße Windelorte überhaupt Neugierige an? Wie äußern sich die ehemaligen Windelträger selbst dazu, wenn sie es denn tun?
Von Hitler und Benedikt XVI. über Albert Einstein, Jean Paul, Robert Musil, Bert Brecht, Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Paul Celan, Engelbert Dollfuß, Rosa Luxemburg bis hin zu Paul Klee reicht der assoziative Bogen eines Streifzuges, der wahrscheinlich Kopfschütteln, Schmunzeln und ungläubiges Staunen hervorrufen wird, aber auch zum ernsthaften Nachdenken anregen will.

Laher, Ludwig
1955 in Linz geboren, lebt als freier Schriftsteller in St. Pantaleon/Oö. und Wien. Studium der Germanistik, Anglistik und Klassischen Philologie in Salzburg. Dr. phil. Anfangs Gymnasiallehrer. Lehrtätigkeit an den Universitäten Salzburg, Klagenfurt, Innsbruck, an der für angewandte Kunst in Wien und an der PH Salzburg. Lahers Veröffentlichungen schließen Erzählprosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Übersetzungen, Wissenschaftliches ein. Zu seinen vielen literarischen Auszeichnungen zählen der österreichische BUCH.PREIS, der Kulturpreis des Landes Oberösterreich, der Rauriser Förderungspreis, das Robert-Musil-Stipendium, das Elias-Canetti-Stipendium, die Nominierung für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen die Romane Verfahren (2011), Bitter (2014), Überführungsstücke (2016), der Gedichtband was hält mich (2015) sowie die von Laher besorgte Neuedition der Lyrik des Vormärzdichters Ferdinand Sauter Durchgefühlt und ausgesagt (2017).